Trinksprüche und Sauflyrik (1)

Trinken ohne Trinkspruch ist Saufen,
Trinken mit Trinkspruch ist Kultur.

Ein Leben ohne Feste ist eine weite Reise ohne Gasthaus.
(Demokrit, 460/459 v.Chr. - ?)

Mich deucht, das Größt’ bei einem Fest
ist’s, wenn man sich’s wohl schmecken lässt.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Lustig gelebt und selig gestorben
heißt dem Teufel die Rechnung verdorben.

Der Kopf tut weh, die Füße stinken,
höchste Zeit ein Bier zu trinken!

Wohlan, wir heben unsre Gläschens,
zum wohl und Kurzweil unsres Bläschens.

Alle Bienen sollen leben,
die in zärtlichem Bemühn,
Honig von den Lippen geben
und den Stachel in sich ziehn.

Da lacht das Herz, die Augen blinken,
denn wieder gibt es was zu trinken.

Ein kluger Zecher steckt sich fein
den Schlüssel vom Hause schon morgens ein.

Ach, mir tut das Herz so weh,
wenn ich vom Glas den Boden seh.

Laß mir die Knaben vom Feste,
denn sie haben noch nichts erlebt!
Das ist am Wein das Beste,
daß die Erinnerung darüber schwebt.
(Emanuel Geibel, 1815-1884)

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